Methodik & Datenquellen

Klartext Subventionen ist eine Transparenz-Plattform. Sie führt die wichtigsten öffentlich verfügbaren Quellen über deutsche Subventionen zusammen, strukturiert sie auf Einzelpositions-Ebene und macht sichtbar, ob jede einzelne Subvention je auf ihre Wirkung überprüft wurde. Diese Seite erklärt, woher die Daten kommen und wie sie verarbeitet wurden.

30. Subventionsbericht der Bundesregierung

BMF, September 2025, 614 Seiten, Berichtszeitraum 2023 bis 2026. Enthält je ein Datenblatt pro Bundes-Finanzhilfe und Steuervergünstigung mit Volumen, Rechtsgrundlage, Befristung und einem (oft minimalen) Hinweis zur Erfolgskontrolle. Aus dem PDF wurden die Tabellen mit pdfplumber seitenweise extrahiert und strukturiert in die Datenbank importiert.

29. Subventionsbericht (BMF, 2023)

Wird genutzt, wo der 30. Bericht die Bezifferung aufgegeben hat oder Werte aus dem Berichtszeitraum 2021 bis 2024 ergänzt werden müssen. Solche Positionen sind im der Rubrik „Im Detail" mit „29. Ber." gekennzeichnet.

Bundesrechnungshof, Sonderberichte und Bemerkungen

Jährliche Bemerkungen und themenbezogene Sonderberichte. Der BRH hat einzelne Subventionen mehrfach geprüft und Empfehlungen abgegeben (z. B. Tonnagesteuer, Steinkohlehilfen, Erbschaftsteuer-Vergünstigungen). Stand der genutzten Berichte: 2018 bis 2025.

Wissenschaftliche Evaluations-Gutachten

FiFo Köln, ZEW Mannheim, ifo München, RWI Essen, DIW Berlin, IW Köln, Fraunhofer ISI, Prof. Dr. Ashok Kaul (Universität des Saarlandes) und weitere. Diese Gutachten werden meist durch das BMF beauftragt und sind die Grundlage der Klassifikation als „wissenschaftlich evaluiert" bzw. „laufende Ex-post-Evaluation".

IfW Kiel Subventionsbericht

Unabhängige wissenschaftliche Analyse des Gesamt-Subventionsvolumens nach weiter Definition. Wird für die historische Zeitreihe ab 1970 verwendet und als Vergleichsmaßstab für die enge BMF-Definition.

EU-Quellen

GAP-Direktzahlungen aus dem Deutschen Bauernverband und BMLEH, EFRE und ESF+ aus den Operationellen Programmen der Länder, NGEU/DARP, Horizon Europe, Innovationsfonds aus den jährlichen Berichten der Europäischen Kommission. Europäischer Rechnungshof Sonderberichte für die kritische Einordnung.

Länder-Quellen

Geschäftsberichte der Landesförderbanken (LfA Bayern, NRW.Bank, L-Bank Baden-Württemberg, IBB Berlin, IFB Hamburg), Regionalisierungsmittel des ÖPNV nach RegG, Landeshaushaltspläne der größten Bundesländer.

Die Datenbank umfasst aktuell rund 290 Subventionspositionen, davon 281 aktiv. Bund-Subventionen machen ca. 105 Mrd. EUR pro Jahr aus, EU-Mittel für Deutschland ca. 17 Mrd., die größten Länder-Subventionen zusammen ca. 56 Mrd. Gesamtsumme rund 177 Mrd. EUR pro Jahr. Diese Zahlen werden direkt aus der Datenbank berechnet und passen sich automatisch an, wenn neue Berichte eingearbeitet werden. Stand der Hauptquelle ist September 2025 (30. Subventionsbericht).

Jede Subvention wird einer von fünf Stufen zugeordnet, die im der Rubrik „Im Detail" ausführlich erklärt sind. Die Zuordnung erfolgt anhand der im Subventionsbericht genannten Evaluierungs-Hinweise und der in den Anhängen aufgeführten Gutachten, ergänzt um eigene Recherche in BRH-Berichten und Forschungsdatenbanken. Dabei wird zwischen echter wissenschaftlicher Wirksamkeitsprüfung, BRH-Prüfung, BMF-interner Routine und vollständig fehlender Evaluation unterschieden.

Wissenschaftlich oder laufende Ex-post-Evaluation: Externes Forschungsinstitut hat die Subvention auf Wirksamkeit untersucht oder tut es gerade.

BRH-geprüft oder geplant: Bundesrechnungshof hat geprüft (kein Wirkungsgutachten) oder eine Evaluation ist nur angekündigt.

Haushaltsroutine oder nie: Keine echte Wirkungsprüfung, nur interne Tabellen-Routine oder gar nichts.

Für die strukturierte Aufbereitung der Evaluierungs-Texte aus den Datenblättern wurde Claude Opus 4.6 (Anthropic) eingesetzt: Die KI hat aus den oft seitenlangen Fließtexten Evaluator, Jahr, Empfehlung und Umsetzungsstatus extrahiert und in strukturierte Felder überführt. Jeder so generierte Eintrag ist auf der Detailseite der jeweiligen Subvention im Original einsehbar, so dass die Klassifikation manuell nachvollziehbar bleibt.

  • Kein Anspruch auf Vollständigkeit, vor allem auf Ebene der Bundesländer und Kommunen.
  • Volumina sind in Mio EUR pro Jahr ausgewiesen. Bei mehrjährigen Programmen wird der durchschnittliche Jahreswert verwendet.
  • Positionen, die der BMF mit einem Punkt („geringfügig", < 0,5 Mio EUR) ausweist, werden als solche markiert, aber trotzdem in der Liste geführt.
  • Die Klassifikation der Evaluierungs-Stufe ist eine interpretative Einordnung, kein offizielles Rating. Bei Zweifeln zählt der Originaltext der Quelle, der auf der jeweiligen Detailseite verlinkt ist.